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Restaurierung der Dianaburg

Darmstadt
Bericht von
Hartmut Müller (Direktor Hessen Forst Darmstadt) und
Daniel Sabais (Vorsitzender Förderkreis Dianaburg)
Jagdpavillion Dianaburg im Kranichsteiner Wald erstrahlt in neuem Glanz Forstamt und Förderkreis Dianaburg e.V. feiern Eröffnung der restaurierten Dianaburg
Das hätte sich Großherzog Ludwig III sicher nicht träumen lassen, dass aus den stark verfallenen Resten seines im Jahr 1836 errichteten Jagdpavillions in knapp vier Jahren wieder ein sehenswertes Gebäude quasi in altem Glanz entstehen wird.
Es ist eines der vielen Beispiele einer gelungenen Partnerschaft zwischen Bürgern, die sich als Förderkreis Dianaburg zusammentaten, um Gelder zur Rettung des Gebäudes zu sammeln, der örtlichen Handwerkerschaft und dem Forstamt Darmstadt, betont Hartmut Müller, der Leiter des Forstamtes Darmstadt. Alleine mit staatlichen Mitteln hätten wir das nie geschafft. Als ich das Projekt von meinem Vorgänger Prof. Dr. Rosenstock Ende letzten Jahres übernommen habe, war schon vieles geschehen. Ringanker und ein neues Dach waren schon auf dem Gebäude, doch auch in diesem Jahr gab es noch viel zu tun. Es wurde quasi der Feinschliff, wie Innen- und Außenputz, der Anstrich und ein neues Eingangstor angelegt. Bei all diesen Arbeiten stand uns Herr Heiss als städtischer Denkmalpfleger mit Rat und praktischen Vorschlägen zur Seite.
So ein Gebäude ist eigentlich nie fertig, erklärt Daniel Sabais, der Vorsitzende des Förderkreis Dianaburg e.V. Doch nun wollen wir erst einmal Einweihung feiern. Nach dem sehr gut besuchten Richtfest im August letzten Jahres hoffen der Förderverein und das Forstamt auf gutes Wetter und viele Besucher bei einem Bürgerfest am Sonntag, den 12.10. 2008 um 11.00 Uhr an der Dianaburg. Die Veranstaltung wird von Jagdhornbläsern und Musik umrahmt werden. Für Speis und Trank ist gesorgt. Die Wildschweinbratwürste des Forstamtes waren bereits anlässlich des Richtfestes der absolute Renner erinnert sich Daniel Sabais.
Welche Nutzungen des Gebäudes sind zukünftig möglich? Durch die wunderschöne Lage im Kranichsteiner Wald auf einem Schneisenstern mit neun Schneisen ist hier Vieles denkbar. Das Gebäude ist jedoch nicht beheizbar und wir wollen hier auch keinen Rummel, erklärt Hartmut Müller. Gemeinsam mit dem Förderverein loten wir derzeit aus, ob etwa standesamtliche Hochzeiten hier stattfinden könnten. Die Dianaburg könnte dann auch als Kulisse für die Hochzeitsfotos dienen. Auch als Zwischenstopp für Kutschfahrten und kleinere Veranstaltungen, wie etwa Lesungen oder Kleinkunst ist die „Location Dianaburg“ sicher geeignet. Ziel der Aktivitäten ist es, die Bürger an diesen traumhaften Ort zu führen, über die Geschichte zu informieren und durch die Veranstaltungen einen kleinen Beitrag für die Erhaltung des Gebäudes zu sichern. Bei der bisherigen Findigkeit aller Beteiligten ist mir um dieses Thema nicht bange. Für weitere gute Vorschläge sind wir jederzeit dankbar betonen Sabais und Müller unisono.
Hintergrund:
Auf dieser barocken Parforcesternanlage am Waldrand mit Blick auf das Forsthaus Kalkofen stand ursprünglich das Rokoko-Schlösschen Dianaburg, das der Jagdlandgraf Ludwig VIII. (1691-1768) für seinen Sohn Ludwig IX. für 7.000 Gulden als Geburtstagsgeschenk erbauen ließ. Das 1765 durch den Ingenieuroffizier Jakob Hill errichtete, zweistöckige Gebäude enthielt im Keller eine Küche, im Erdgeschoss einen Speisesaal, der mit einem „Tischleindeckdich“-Mechanismus ausgestattet war. Im Obergeschoss befanden sich Schlafräume und die Spitze bildete eine begehbare Dachlaterne.
Nach dem Regierungsantritt 1768, verlegte der Sohn des Jagdlandgrafen, der Soldatenlandgraf Ludwig IX. seinen Wohnsitz nach Pirmasens. Das Rokokojagdhaus an der Dianaburg verfiel. Schließlich wurde es 1808 auf Abbruch an Arheilger Bürger verkauft. Eine physikalische Prospektion im Jahre 2000 ergab, dass alle Reste aus alter Zeit abgetragen worden sind.
Großherzog Ludwig III. (R. 1848-1877), der Erneuerer und Stifter zur Verschönerung der Wälder, ließ bereits vor seinem Regierungsantritt 1836 an historischer Stätte das derzeitige Gebäude als einen schlichten achteckigen Biedermeierpavillon errichten. Im Angedenken an die höfische Jagdtradition wurden in den, inzwischen nach Westen erweiterten, Wald Schneisen zu einer neunstrahligen Parforcesternanlage geschlagen, deren Namen an die Mythen der griechischen Jagdgöttin Arthemis erinnern: Endymion-, Calypso- und Nymphenschneise. Zur Zerstreuung der Waldbesucher gehörte zu der Anlage auch ein Irrgarten. Die Dianaschneise führt zu dem unter Naturschutz stehenden Dianateich.
Hinweise für die Redaktion:
Für Fragen oder weitere Informationen stehen Ihnen gerne Herr Daniel Sabais, 1. Vorsitzender des Förderkreis Dianaburg e.V., per E-Mail:dianaburg@web.de, sowie Frau Annerose Stambke, Revierleiterin des Forstreviers Kranichstein, unter Tel: 01743101813 zur Verfügung.
Wir sind gerne bereit den Vertretern der Presse vor der Eröffnung einen Außentermin vor Ort anzubieten.
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